Einer für alle, alle für einen

Kleinstschüler

Einer für alle, alle für einen

Veröffentlicht am
von Monika Tarnutzer

Einer für alle, alle für einen: Das war das Mantra, das die ESC-Trainer den Spielern der U10-Mannschaft vor dem heutigen BEV-Turnier in Ottobrunn mit aufs Eis gegeben hatten. Und das nahmen sie sich auch zu Herzen.

Die erste Begegnung mit dem ESC München, sozusagen dem kleinen Bruder des EHC München, war ein packendes Duell zweier ebenbürtiger Gegner. Die Beschaffenheit des Eises stellte beide Mannschaften vor eine Herausforderung, die Holzkirchner schienen allerdings besser damit zurechtzukommen. Von Anfang an bedrängten sie das gegnerische Tor und feuerten Schuss um Schuss auf den Torwart, der oft genug von seinen Verteidigern im Stich gelassen wurde. Doch dass man kleine Brüder nie unterschätzen sollte, zeigte sich auch bei diesem Spiel. So schnell ließen sich die Münchner nämlich nicht von ihrem anfänglichen Rückstand entmutigen, sondern konterten wiederholt, bis sie zunächst zum Anschlusstreffer zu verwandeln vermochten, um dann gleich noch einmal nachzulegen. Die grün-weißen Keeper – Ladies zeigten sich wieder einmal in hervorragender Form und gaben ihren Mitspielern den nötigen Rückhalt für weitere Attacken. Während die Führungsriege des ESC langsam nervös wurde, was vor allem an der Lautstärke und dem Tonfall der Zurufe des Trainers abzulesen war, blieben unsere Trainer ausgesprochen gelassen und suchten vor allem ihre Zöglinge durch positive Verstärkung zu weiteren Höchstleistungen anzutreiben. Und das gelang auch: Mit einem 3:5 ging die Mannschaft leichtfüßig in die erste Pause. Co-Trainer Basti lobte besonders die Einstellung seiner Spieler, von denen jeder für den anderen einstehe. Das sei mindestens ebenso wichtig wie das Ergebnis.

Im folgenden Duell ging’s nun gegen Gastgeber Ottobrunn, und das Ergebnis darf an dieser Stelle vorweggenommen werden: Sie wurden mit 3:13 Toren vom Eis gefegt. Während es nach 18 Minuten bereits 2:8 stand, nahm das Spiel der Grünjacken weiter an Fahrt auf, sie waren nun gleichsam unaufhaltbar. Tor um Tor fiel, in jedem Block gab es mindestens einen torgefährlichen Stürmer. Hochgerechnet auf die deutsche Nationalmannschaft: Von einer solchen Auswahl an Spielermaterial kann Nationaltrainer Marco Sturm nur träumen. Die zur Unterstützung mit angereisten Eltern und älteren oder jüngeren  Geschwister jubelten unablässig den jungen Talenten zu, auch der nun einsetzende Regen vermochte der allgemeinen Begeisterung nichts anzuhaben. Im Triumph zogen sich die Spieler in der folgenden Pause in die Kabine zurück.

Und dann kam Bad Aibling. Wer geglaubt hatte, dass die Siegesserie des ESC nun ohne weiteres fortgesetzt würde, wurde bitter enttäuscht. Von Anfang an schienen unsere Spieler Schwierigkeiten zu haben, ins Spiel zu finden. Vielleicht hatten Konzentration und Bissigkeit unter der längeren Unterbrechung etwas gelitten. Nach wenigen Minuten führten die Kurort-Spieler mit 1:0. In der 9. Minute dann der Ausgleich. Hitzig wurde gar das Gefecht, es kam zu einer Rangelei auf dem Eis, die ein Aiblinger Spieler provoziert hatte. In der Folge spielten letztere in Unterzahl, dennoch erzielten sie ein weiteres Tor zum 3:1. Doch die Grünjacken gingen nun erst recht in die Offensive, erarbeiteten sich einige hochkarätige Torchancen, allein die Umsetzung wollte einfach nicht mehr gelingen. Thomas Müller kennt wohl derartige Situationen. Schließlich mussten sich die ESC-Spieler mit 7:1 geschlagen geben. Trainer HH lobte indes den Einsatz und den Siegeswillen der Mannschaft, die „Abschlussschwäche“ in der letzten Partie sei ihnen nachzusehen.

Dass Holzkirchen, München und Bad Aibling auf Augenhöhe spielen, zeigte sich abschließend auch an der Platzierung der Mannschaften in diesem Turnier. Nur aufgrund der gezählten Tore konnte letztlich die Zuteilung der Plätze vorgenommen werden und bescherte den Grünjacken einen verdienten zweiten Platz. Den haben sie als Team erreicht, und darauf können sie stolz sein.

Zu den Fotos vom Turnier.